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Auch »sanfte Medizin« kann die Leber belasten

Nicht nur Alkohol und chemisch-synthetische Medikamente wie Paracetamol können der Leber zusetzen. Auch vermeintlich sanfte Naturheilmittel oder Nahrungsergänzungsmittel haben hepatotoxisches Potenzial. Davor warnt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) anlässlich des Deutschen Lebertags am 20. November.

»Anders als verschreibungspflichtige Medikamente werden Naturheil- und Nahrungsergänzungsmittel, die oft freiverkäuflich erhältlich sind, eher als harmlos, risikoarm und gesundheitsfördernd wahrgenommen«, sagt Professor Dr. Christian Trautwein, Mediensprecher der DGVS und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselkrankheiten und internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen. Die Fachgesellschaft warnt vor einem unkritischen Einsatz in der Selbstmedikation, insbesondere über einen längeren Zeitraum.

Mehrere Fälle von Leberschädigungen seien für Schöllkraut beschrieben, welches in Naturheilmitteln zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt wird. »Gerade Menschen, die bereits eine Lebererkrankung haben, sollten bei diesen Präparaten zurückhaltend sein und vor der Einnahme mit ihrem Arzt Rücksprache halten«, rät die DGVS. Vorsicht sei auch angebracht bei Kräuterkombinationen, wie sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin angewandt werden – vor allem, wenn nicht klar ist, welche Wirk- und Inhaltsstoffe sie genau enthalten.

Bei den Nahrungsergänzungsmitteln sei beispielsweise bei Grüntee-Extrakten Zurückhaltung angebracht. Im Frühjahr hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA vor möglichen Leberschäden unter Einnahme von 800 mg Grüntee-Katechinen und mehr pro Tag gewarnt. Der klassische Aufguss mit grünem Tee sei jedoch unbedenklich für die Leber. Besondere Vorsicht ist bei Nahrungsergänzungsmitteln zur Gewichtsreduktion mit Usninsäure angebracht. Hier habe es in der Vergangenheit Fallberichte über Leberschädigungen wie Hepatitis gegeben.

Insgesamt sei die Inzidenz schwerer Leberschädigungen durch Medikamente und andere Gesundheitspräparate mit 14 bis 19 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr eher niedrig, so die DGVS. Wie viele dieser Fälle durch Phytopharmaka oder Nahrungsergänzungsmittel ausgelöst werden, ist nicht bekannt.

Um unnötige Leberschäden zu vermeinden, sollten Medikamente, auch Naturheilmittel, sowie Nahrungsergänzungsmittel immer nur gemäß Dosierempfehlung unter Einhaltung der Kontraindikationen eingenommen werden. Eine langfristige Einnahme sollte mit dem Hausarzt abgestimmt werden, empfiehlt die DGVS. Besondere Vorsicht sei beim Kauf von Präparaten im Internet angeraten.



Alkoholkonsum

Der Leber zuliebe verzichten üben

Ein regelmäßiger hoher Alkoholkonsum stellt für die Lebergesundheit ein großes Risiko dar. Das betont die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Deutschen Lebertags 2018, der unter dem Motto »Ist Ihre Leber gesund?« am 20. November stattfand.

In einer Mitteilung der Zentrale erklärt die Leiterin, Dr. Heidrun Thaiss: »Alkohol wird vor allem über die Leber abgebaut. Dauerhaft überhöhter Alkoholkonsum kann zu Veränderungen der Leberfunktion führen. Mögliche Folgen sind eine Verfettung der Leber bis hin zur Leberzirrhose. In Deutschland ist ein hoher Alkoholkonsum eine der häufigsten Ursachen für die Entwicklung einer Lebererkrankung, die durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol hätte verhindert werden können.«

Um Leberschäden vorzubeugen, sollten gesunde erwachsene Frauen nicht mehr als 12 g reinen Alkohol täglich zu sich nehmen. Das entspricht etwa einem Standardglas am Tag. Unter einem Standardglas versteht man beispielsweise ein kleines Glas Bier (0,25 Liter) oder ein Achtel Glas Wein (0,125 Liter). Männer sollten nicht mehr als 24 g Alkohol pro Tag konsumieren. Männer wie Frauen sollten an mindestens zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol verzichten, auch damit es nicht zu einer Gewöhnung oder Abhängigkeit kommt.

Auf der Webseite der Präventionskampagne »Alkohol? Kenn dein Limit« stellt die BZgA Informationen zum Erhalt der Lebergesundheit bereit, zum Beispiel Tipps, wie man den Konsum von Alkohol im Alltag reduzieren kann. Hierzu zählt, nie den Durst mit alkoholhaltigen Getränken zu löschen, versuchen langsam zu trinken, auf Feiern zwischendurch immer Wasser oder Fruchtschorlen zu sich zu nehmen sowie Trinkspiele und Flatrate-Partys zu meiden. Auch sollte vermieden werden, dass Alkohol zur emotionalen Regulation getrunken wird, um Traurigkeit oder Langeweile zu bekämpfen oder in Feierlaune zu kommen.

Am hilfreichsten für die Lebergesundheit ist, wenn man öfter mal gar keinen Alkohol trinkt. Das Ablehnen fällt aber gerade auf Veranstaltungen oder Feiern vielen Menschen schwer. Tipps, wie man es trotzdem schafft, »Nein danke« zu sagen, hat die BZgA zusammengefasst und sie erklärt auch, wie ungesunde Routinen, etwas das Feierabendbier, durchbrochen werden können.



Übergebrauch von Antibiotika fördert Resistenzen

Anlässlich des Europäischen Antibiotikatags hat die Europäische Seuchenschutzbehörde ECDC neue Zahlen zum Einsatz von Antibiotika und zur Häufigkeit von in Gesundheitseinrichtungen erworbenen Infektionen veröffentlicht. Sie zeigen: Breitspektrum-Antibiotika – wichtige Treiber von Resistenzen – werden zu oft verordnet. Deutschland ist in dieser Hinsicht kein gutes Vorbild.

Laut einer Pressemitteilung der ECDC bestehen zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten der EU große Unterschiede hinsichtlich des Einsatzes von Antibiotika. Bei einer Punktprävalenzanalyse variierte der Anteil von Breitspektrum-Antibiotika an den verordneten Antiinfektiva je nach Land zwischen 16 und 62 Prozent. Am häufigsten kommen diese Wirkstoffe, deren Anwendung oftmals nicht erforderlich ist, weil auch ein Antibiotikum mit schmalem Spektrum wirksam wäre, in Bulgarien, Italien, Rumänien, Zypern, Spanien, dem Nicht-EU-Land Serbien, Griechenland und Portugal zum Einsatz. An neunter Stelle folgt aber auch schon Deutschland, das damit deutlich schlechter abschneidet als der EU-Durchschnitt.

Es werden aber nicht nur oftmals die falschen Antibiotika verwendet, sondern häufig auch zu lange. So werde die antibiotische Infektionsprophylaxe im Zusammenhang mit Operationen in der Hälfte der Fälle länger als einen Tag gegeben, obwohl sie nach erfolgtem Eingriff eigentlich nicht mehr erforderlich ist, bemängelt die ECDC. In Langzeit-Pflegeeinrichtungen würden 29 Prozent der Antibiotika prophylaktisch verordnet, meistens zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten. Dies könne zwar bei Frauen möglicherweise sinnvoll sein, für den Nutzen eines breiten Einsatzes bei älteren Patienten gebe es jedoch keine Evidenz.

Die Daten der ECDC untermauern auch die goldene Regel, dass wer gesund bleiben möchte, sich möglichst von Krankenhäusern fernhalten sollte: An jedem beliebigen Tag ziehe sich einer von 15 Patienten in einem europäischen Krankenhaus eine Infektion zu. In Einrichtungen, in denen Patienten langfristig gepflegt werden, sei es einer von 26 Bewohnern, so die ECDC. Viele dieser Infektionen seien von Bakterien verursacht, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind.



Antibiotika-Resistenzen

Todesfälle nehmen zu

Antibiotika-resistente Keime kosten einer Studie zufolge jährlich etwa 33.000 Europäer das Leben. Zu dieser Schätzung kommt ein internationales Forscherteam anhand einer Datenauswertung im Fachjournal »The Lancet Infectious Diseases«. Am stärksten gefährdet sind Säuglinge unter einem Jahr und Personen über 65 Jahre. Die höchste Sterblichkeit war in Italien und Griechenland zu verzeichnen.

Die Forscher um Dr. Alessandro Cassini vom Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten in Solna, Schweden, beziehen sich auf Daten eines europäischen Netzwerks zur Beobachtung antimikrobieller Resistenzen (EARS-Net), die im Jahr 2015 erhoben wurden. Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler auf acht Bakterienarten, die häufig in Blut oder Spinalflüssigkeit nachgewiesen werden. Berücksichtigt wurden verschiedene Infektionswege, wie Blut, Harn- und Atemwege sowie Infektionen infolge von operativen Eingriffen.

Für das Jahr 2015 machten die Wissenschaftler für die EU und den Europäischen Wirtschaftsraum durchschnittlich 671.689 Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen und 33.110 Todesfälle aus. Spitzenreiter war Italien mit 201.584 Infektionen und 10.762 Toten. Deutschland belegte mit 54.509 Infektionsfällen und 2363 Todesfällen bereits Platz 4 der insgesamt 31 untersuchten Länder.

Etwa ein Drittel der Erkrankungen mit Antibiotika-resistenten Keimen entstehen den Forschern zufolge in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitssystems. In 39 Prozent der betrachteten Fälle seien die Patienten mit einem Keim infiziert, gegen den auch Reserve-Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Als Hauptverursacher machten die Forscher vier Keime aus: E. coli und K. pneumoniae mit Resistenz gegenüber Cephalosporinen der 3. Generation, Carbapenem-resistenter Pseudomonas aeruginosa und Methicillin-resistente S. aureus.

Um die Situation zu verbessern, seien gemeinsame Anstrengungen nötig. Zudem müssten bestehende Hygienevorschriften, vor allem in Krankenhäusern, eingehalten werden. Schließlich brauche es mehr Forschung, um neue antibiotisch wirkende Substanzen zu entwickeln.



Blinddarmentzündung

OP bleibt Antibiotika vorzuziehen

Europäische Studien hatten Hoffnungen geweckt, dass bei einer Blinddarmentzündung ein Antibiotikum ausreicht und nicht operiert werden muss. Wissenschaftler der Universität Stanford haben dem nun mit neuen Daten aus den USA widersprochen.

Früher wurde bei einer aktuen Appendizitis meist aus Angst vor einem Blinddarm-Durchbruch sofort operiert. Mittlerweile sind die Chirurgen aufgrund von Studienergebnissen aus Europa zurückhaltender geworden und verordnen oft erst einmal Antibiotika, vor allem bei Kindern oder Patienten mit besonderen Risikofaktoren für eine Operation. »Mehr und mehr Patienten in der Notaufnahme in Stanford fragen, ob sie nicht erst einmal Antibiotika einnehmen können«, berichtet Dr. Lindsay Sceats, Erstautorin einer neuen Studie zum Thema, die diese Woche im Fachjournal »JAMA Surgery« erschienen ist.

Sie und ihre Kollegen kommen zu einem anderen Schluss: »Patienten mit alleiniger Antibiotika-Behandlung haben ein höheres Risiko, noch einmal wegen Appendizitis-bezogener Problem vorstellig zu werden, zum Beispiel aufgrund abdominaler Abszesse«, berichtet Sceats. »Sie haben auch ein höheres Risiko für ein Rezidiv.« Zudem würden (in den USA) keine Behandlungskosten eingespart.

Für ihre Studien untersuchten die Stanford-Chirurgen die Daten einer nationalen Kohorte mit 58.329 Patienten mit unkomplizierter Blinddarmentzündung. Bei 95,5 Prozent wurde eine Entfernung des Wurmfortsatz durchgeführt, 4,5 Prozent wurden nur mit Antibiotika behandelt.

Die Abszess-Rate lag ohne OP bei 2,3 Prozent gegenüber 1,3 Prozent nach OP. 2,6 Prozent mussten Appendizitis-bedingt noch einmal stationär behandelt werden (mit OP 1,2 Prozent); insgesamt lag die Wiedereinweisungs-Quote ohne OP bei 4,6 Prozent und mit OP bei 2,5 Prozent. Die Versagerrate unter Antibiotikatherapie lag bei 3,9 Prozent.

Auch die Behandlungskosten lagen höher: 14.934 US-Dollar ohne direkte OP und 14.186 US-Dollar mit direkter OP waren es im Schnitt. Die Autoren erklären dies mit den deutlich höheren Folgekosten, wenn nicht direkt operiert wird. Sie empfehlen, die OP als Standardtherapie beizubehalten.



Verminderte Glucoseaufnahme

Weniger Zucker, längeres Leben

Personen, bei denen aufgrund einer Genmutation in einem Glucosetransporter die Aufnahme des Zuckers im Darm gestört ist, haben einen Gesundheitsvorteil gegenüber anderen: Sie haben ein niedrigeres Risiko für Diabetes, Übergewicht, Herzinsuffizienz und Tod. Das zeigt eine Untersuchung von Forschern der Harvard Universität, die im »Journal of The American College of Cardiology« erschienen ist.

Das Team um Dr. Sara Seidelmann analysierte für seine Studie genetische und kardiometabolische Daten von 5687 Personen, die an der US-amerikanischen Langzeitbeobachtungsstudie ARIC (Atherosclerosis Risk in Communities) zu kardiovaskulären Risikofaktoren teilnahmen. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf das Gen für das Transportprotein SGLT1 (Sodium/Glucose Cotransporter-1), das für die Aufnahme von Glucose und Galactose im Darm verantwortlich ist. Mutationen, die zu einem vollständigen Funktionsverlust des Gens führen, sind die Ursache für die seltenen erblichen Glucose/Galactose-Malabsorption, die schon im Säuglingsalter auftritt und unbehandelt zum Tod führen kann. Es gibt aber auch Genvarianten, bei denen einen Restfunktion noch erhalten ist, die Zuckeraufnahme im Darm also nur reduziert ist.

Wie häufig diese Varianten des Gens für SGLT-1 in der Bevölkerung vorkommen und welche Auswirkungen sie auf den Stoffwechsel haben, untersuchten Seidelmann und ihre Kollegen. Der Analyse zufolge tragen fast 7 Prozent der Bevölkerung solche Missense-Varianten, von denen die Forscher insgesamt drei identifizieren konnten. Träger dieser Varianten können aufgenommenen Zucker schlechter resorbieren. Das wirkt sich langfristig positiv auf den Stoffwechsel aus, wie die Daten zeigen. Träger der Missense-Mutationen hatten niedrigere Zwei-Stunden-Blutglucosewerte im Belastungstest und insgesamt ein niedrigeres Risiko für eine Glucosetoleranzstörung (Odds Ratio 0,71) und für Übergewicht (Odds Ratio 0,79) als Personen mit einem intakten Gen für SGLT1. Diese Daten wurden in zwei weiteren Kohorten repliziert.

Dualer Hemmer in der Entwicklung

An der Ursprungskohorte konnten die Forscher auch zeigen, dass die Missense-Varianten-Träger seltener an Diabetes mellitus erkrankten, eine entsprechende Medikation erhielten oder eine Herzinsuffizienz entwickelten. Auch das Sterberisiko war gegenüber Personen mit intakter SGLT1-Funktion verringert. Eine reduzierte intestinale Glucoseaufnahme könne sich langfristig positiv auf die Herzgesundheit auswirken, folgern die Forscher aus ihren Daten. Ein pharmakologische Angriff an dem Transportprotein SGLT1 könne zur Prävention und Therapie von Stoffwechselerkrankungen genutzt werden.

Ein dualer SGLT1- und SGLT2-Hemmer steht in den USA bereits kurz vor der Zulassung. Das Unternehmen Sanofi hat im Mai den Wirkstoff Sotagliflozin (Zynquista™) bei der Zulassungsbehörde FDA zur Zulassung für die Indikation Typ-1-Diabetes in Kombination mit Insulin eingereicht.



Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de


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