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Praktische Fragen (und Antworten) rund um den Biontech-Impfstoff

Was ist, wenn ich den zweiten Impftermin nach 21 Tagen verpasse? Kann ich die zweite Dosis auch mit einem anderen Impfstoff bekommen? Was ist, wenn ich mich rund um die Impfung mit dem Coronavirus infiziert habe? Und wenn ich schwanger bin? Auf diese und mehr Fragen gibt die US-Behörde CDC Antworten, die wir in einem FAQ zusammengefasst haben.

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/praktische-fragen-und-antworten-rund-um-den-biontech-impfstoff-122627


So sicher sind RNA-Impfstoffe

Gehen von Covid-19-Impfstoffen, die aus RNA bestehen, mehr Risiken aus als von herkömmlichen Vakzinen? Oder von deren Trägermolekülen? Eher nicht, aber eine Eigenschaft der neuen Impfstoffe könnte die Euphorie bremsen.

https://www.spektrum.de/news/so-sicher-sind-rna-impfstoffe/1803899


Prädisposition für schwere Covid-19-Verläufe

Es gibt genetische Risiken für schwere Verläufe. Damit wird die Liste bestimmter Grunderkrankungen als Risikofaktoren um genetische Faktoren erweitert. Dies kann weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen, zumal es sich hierbei nicht nur um seltene genetische Konstellationen handelt.

Nach wie vor tappt die Fachwelt weitestgehend im Dunkeln, wenn es um die Frage geht, warum einige Menschen nahezu symptomfrei eine SARS-CoV-2-Infektion überstehen, während andere lebensgefährlich an Covid-19 erkranken beziehungsweise die Krankheit nicht überleben. Klar ist, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren stetig steigt. Auch verschiedene Grunderkrankungen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebs oder Faktoren wie Adipositas und Rauchen scheinen das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen. Zudem scheint das Risiko zu steigen, wenn mehrere Grunderkrankungen vorliegen (Multimorbidität).

Unklar ist bisher, ob es generell genetische Risiken für einen schweren Covid-19 Krankheitsverlauf gibt. Auf diese spannende Frage deuten sich jetzt erste Antworten an. Auf den Preprintserver »MedRxiv« erschien eine Arbeit von Forschern um Professor Dr. Andre Franke vom Institut für klinische Molekularbiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (DOI: 10.1101/2020.05.31.20114991). Franke ist Mitglied eines internationalen Forscherkonsortiums mit dem Namen »Covid-19 Host Genetics Initiative«. Hier sammeln Forscher aus 46 Ländern DNA-Proben von Covid-19-Patienten, um nach genetischen Auffälligkeiten zu suchen. Das Konsortium beginnt nun damit, nach und nach die erarbeiteten Daten auf der Website der Initiative für die Öffentlichkeit verfügbar zu machen.


Zwei genetische Loci zeigen Auffälligkeiten

In der zitierten Publikation präsentieren die Wissenschaftler erste Daten, die starke statistische Assoziationen zwischen genetischen Variationen an zwei Genompositionen und schweren Covid-19-Verläufen anzudeuten scheinen. Dazu hatten sie die Daten von 1980 Patienten aus sieben Zentren in den italienischen und spanischen Epizentren der SARS-CoV-2-Pandemie in Europa ausgewertet. Nach Bereinigung der Daten wurden schließlich 835 Patienten und 1255 Kontrollpersonen aus Italien sowie 775 Patienten und 950 Kontrollpersonen aus Spanien in die abschließende Analyse einbezogen. Die genomischen DNAs wurden nicht sequenziert. Vielmehr basieren die Analysen auf Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs). Insgesamt wurden 8.582.968 SNPs analysiert.

Zwei SNPs (rs11385942 und rs657152) fielen auf. Der erste Einzelnukleotid-Polymorphismus befindet sich auf Chromosom 3 (3p21.31) und der zweite auf Chromosom 9 (9q34). Von den sechs Genen, die an der Position 3p21.31 lokalisiert sind, kodiert das Gen mit dem Kürzel SLC6A20 für einen bekannten Interaktionspartner des Angiotensin-Converting-Enzyms 2 (ACE2). Das Assoziationssignal bei 9q34 wurde am genetischen Lokus für das AB0-Blutgruppen-Gen lokalisiert.


Blutgruppe A mit höherem Risiko

Eine blutgruppenspezifische Analyse deutete an, dass Träger der Blutgruppe A ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko haben, schwerer an Covid-19 zu erkranken. Dagegen scheint die Blutgruppe 0 mit einem protektiven Effekt assoziiert zu sein. Es ist nicht das erste Mal, dass die Blutgruppe A im Kontext von Covid-19 auffällt. Eine kürzlich ebenfalls auf dem »MedRxiv«-Preprintserver erschienene Publikation chinesischer Wissenschaftler deutet auch an, dass die Blutgruppe A im Vergleich zu Nicht-A-Blutgruppen mit einem höheren Risiko für schwere Covid-19-Verläufe assoziiert ist (DOI: 10.1101/2020.03.11.20031096). Dagegen zeigte sich auch in dieser Studie, dass Träger der Blutgruppe 0 im Vergleich zu Nicht-0-Blutgruppen-Trägern ein geringeres Risiko für einen schweren Verlauf besitzen.

Der zweite auffällige Lokus, der auf Chromosom 3 identifiziert wurde, zeigt eine noch stärkere Assoziation mit schweren Covid-19-Verläufen. Hier liegen sechs Gene und derzeit ist unklar, in welchem Gen das erhöhte Risiko verborgen sein könnte. Eines dieser Gene kodiert für ein Protein, von dem bekannt ist, dass es mit ACE2 interagiert, dem zellulären Rezeptor, den das Coronavirus benötigt, um in die Wirtszellen zu gelangen. Aber ein anderes Gen in der Nähe kodiert ein starkes immunmodulierendes Molekül. Es ist auch möglich, dass dieses »Immungen« eine Überreaktion auslöst, die einen schweren Krankheitsverlauf verursacht.

Mit der Arbeit der »Covid-19 Host Genetics Initiative« wird ein neues Kapitel zum Verständnis der SARS-CoV-2-Infektion und der dadurch verursachten Covid-19-Erkrankung aufgeschlagen. Man kann gespannt sein, was diese Forschung für Überraschungen bereithält, die vor allem dazu diesen sollten, Risikopopulationen noch klarer zu definieren und diese noch besser zu schützen.

Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de


Träger einer Neandertaler-Genvariante können schwerer an Covid-19 erkranken

Die Nachricht, dass ein Genbaustein aus dem Neandertaler-Genom das Risiko für einen ernsteren Verlauf von Covid-19 erhöhen könnte, machte schon vor Monaten einmal die Runde. Nun legen Wissenschaftler nach und präsentieren weitere interessante Daten.

Im vergangenen Sommer deuteten die Ergebnisse einer groß angelegten internationalen Studie darauf hin, dass ein Gencluster auf Chromosom 3, das noch vom Neandertaler stammt, mit einem höheren Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf verbunden sein könnte. Aber nicht alles ist schlecht und besorgniserregend. Denn die Wissenschaftler zeigten auch, dass es neben der schädlichen Variante auch eine schützende genetische Variante für schweres Covid-19. Dieses Gencluster liegt auf Chromosom 12.

Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat nun mit seinen Kollegen weitergesucht und geschaut, ob noch andere Gencluster aus dem Neandertaler-Genom den Krankheitsverlauf beeinflussen könnten. Diese Arbeit ist nun als Preprint auf bioRxiv erschienen. Hier zeigen die Wissenschaftler, dass 2 bis 8 Prozent der Menschen in Eurasien eine Variante der Promotorregion des Gens für die Dipeptidylpeptidase-4 (DPP4) tragen, die sie von den Neandertalern geerbt haben. Bei DPP4 handelt es sich um ein proteolytisches Enzym, das unter anderem das Darm-Peptidhormon GLP-1 inaktiviert, was seit fast 15 Jahren auch therapeutisch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes genutzt wird. Pharmazeuten kennen die DPP4-Inhibitoren, auch Gliptine genannt.

Von DPP4 weiß man aber auch, dass dieses Enzym dem Coronavirus MERS-CoV als Rezeptor dient. Das lässt aufhorchen, denn MERS-CoV und SARS-CoV-2 sind bekanntlich eng verwandt. Bislang wurde nicht angenommen, dass auch SARS-CoV-2 über das membrangebundene DPP4-Enzym in eine Zelle eindringen kann. Und dennoch scheint durch die Neandertaler-DPP4-Variante das Risiko, an Covid-19 kritisch zu erkranken, tatsächlich erhöht zu sein.

Die aktuellen Analysen zu der DPP4-Genvarianten bei Covid-19-Patienten deuten darauf hin, dass tatsächlich DPP4 dem SARS-CoV-2-Virus neben seinem üblichen Infektionsweg über den ACE2-Rezeptor auf Zelloberflächen auch einen Zugang zu unseren Zellen verschafft.


Die negative Mitgift überwiegt Schutzfaktoren

Die genaueren Analysen, bei denen nach ganz bestimmte Haplotypen, also Gruppen verdächtiger Mutationen gesucht wurde, zeigen nun, dass das Risiko, an Covid-19 schwer zu erkranken, für diejenigen ähnlich hoch ist, die den Neandertaler-Haplotyp am DPP4-Locus tragen, wie die Risikoerhöhung durch die Mutationen auf dem Chromosom 3. Diese beiden Risiko-Haplotypen haben stärkere Effektgrößen als der schützende Neandertaler-Haplotyp auf Chromosom 12, der das Risiko, schwer zu erkranken, um 23 Prozent senkt

Auf die Schliche kamen die Forscher der Bedeutung des Neandertaler-Haplotyps am DPP4-Locus, nachdem sie Genome von Patienten analysierten, die schwer an Covid-19 erkrankt waren. So konnten sie schnell herausfinden, dass diese archaischen Gene tatsächlich einen Einfluss darauf zu haben scheinen, wie der heutige Mensch auf das Coronavirus reagiert.

Die Neandertaler-Version von DPP4 tauchte in den Genomen von 7885 Personen auf, die mit einer schweren Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert waren. »Diese Koinzidenz wurde deutlich öfter beobachtet als in einer Kontrollgruppe«, sagt Zeberg, einer der Ko-Autoren der Publikation. Wenn eine Person eine einzelne Kopie der Neandertaler-Genvariante hatte, war das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf doppelt so hoch wie bei Kontrollpatienten. Entsprachen beide DPP4-Kopien der Neandertaler-Variante, vervierfachte sich das Risiko.


Wie häufig ist die Neandertal-Variante?

Erhebliche Unterschiede bestehen hinsichtlich der Verbreitung der genetischen Risikovariante in Form des Neandertaler-Haplotyps am DPP4-Locus in verschiedenen Teilen der Welt. Besonders häufig findet sie sich bei Menschen in Südasien, wo etwa die Hälfte der Bevölkerung die Neandertaler-Variante im Genom trägt.

In Europa hat einer von sechs Menschen die Risikovariante geerbt, während sie in Afrika und Ostasien so gut wie gar nicht vorkommt. Der Neandertaler DPP4-Haplotyp ist bei  rund 1 Prozent der Europäer, 2,5 Prozent der Südasiaten, 4 Prozent der Ostasiaten und 0,7 Prozent der Amerikaner gemischter Herkunft vorhanden. Bei Afrikanern südlich der Sahara ist er nicht gefunden worden.

Die Studie liefert noch keine Erklärung dafür, warum Personen mit dieser Genvariante ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben. Die Neandertaler-Änderungen am DPP4-Gen wirken sich wahrscheinlich nicht direkt auf die Form oder Funktion des Enzyms aus, denn sie befinden sich alle in der Promotorregion, die normalerweise nur beeinflusst, wo im Körper und wie stark das Gen aktiv ist. Hier sind also noch Forschungen notwendig.

Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de


Die Nebenwirkungen der Corona-Impfung

Der Impfstoff gegen das Coronavirus wird sehnsüchtig erwartet. Zeitlich begrenzte Begleiterscheinungen nach Impfungen sind aber nicht unwahrscheinlich – das ist auch beim Impfstoff von Biontech und Pfizer nicht anders.

Kopfweh, Müdigkeit, Schmerzen an der Impfstelle: Solche Nebenwirkungen muss möglicherweise in Kauf nehmen, wer sich schützen will. Impfexperten sagen: Nicht angenehm, aber auch kein Anlass für größere Bedenken.

Der Impfstoff wurde von Ende Juli bis Mitte November in einer Studie mit insgesamt 44.820 Männern und Frauen untersucht, die im »New England Journal of Medicine« veröffentlichte wurde. Etwa die Hälfte der Probanden bekam zweimal den Impfstoff verabreicht, die andere Hälfte stattdessen ein wirkungsloses Placebo. Die Teilnehmer waren mindestens 16 Jahre alt, rund 42 Prozent von ihnen waren älter als 55 Jahre.


Vorrübergehende Nebenwirkungen

Die Auswertung zeigt, dass etwa vorübergehende Schmerzen an der Impfstelle, Kopfschmerzen oder Müdigkeit vorkommen können. Konkret berichteten – je nach Altersgruppe und ob es sich um die erste oder zweite Dosis handelte – 66 bis 83 Prozent von Schmerzen an der Einstichstelle. Bei 5 bis 7 Prozent zeigten sich dort Rötungen oder Schwellungen.

Teilnehmer klagten nach der Impfung außerdem über Müdigkeit (34 bis 59 Prozent) und Kopfschmerzen (25 bis 52 Prozent), Schüttelfrost (6 bis 35 Prozent), Durchfall (8 bis 12 Prozent), Muskelschmerzen (14 bis 37 Prozent) und Gliederschmerzen (9 bis 22 Prozent). Besonders bei der zweiten Impfdosis bekamen Teilnehmer (11 Prozent der Älteren und 16 der Jüngeren) Fieber. Die Nebenwirkungen waren demnach im Allgemeinen schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab.


Übliche Reaktionen auf eine Impfung

Solche Begleiterscheinungen sind bei Impfungen üblich, wie Stefan Kaufmann, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, sagt: »Ganz ohne geht es nicht.« Eine vorübergehende Entzündungsreaktion ist erstmal nichts Negatives. Der Körper müsse schließlich irgendwie merken, wo er mit seiner Immunantwort hinsolle, erklärt Kaufmann.

Im Vergleich zu vielen etablierten Impfstoffen ist der Biontech/Pfizer-Impfstoff »reaktogener«, wie Christian Bogdan, Direktor des Instituts für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene an der Uniklinik Erlangen, erklärt. Die Nebenwirkungen treten also häufiger auf als etwa bei Grippe-, Tetanus- oder Diphtherieimpfungen. Impfexperten vergleichen die Reaktionen mit denen nach einer Gürtelrose-Impfung. Kein Grund aber für stärkere Bedenken, sagt Kaufmann: »Es ist halt ein bisschen unangenehm.«

Bei den Tests stellte sich außerdem heraus, dass über 55-Jährige den Impfstoff als verträglicher empfanden und weniger Nebenwirkungen beklagten als Jüngere. Grundsätzlich traten Begleiterscheinungen öfter bei der zweiten Impfdosis auf. 64 Geimpfte berichteten über geschwollene Lymphknoten. Über die leichteren Beschwerden hinaus gab es vereinzelt schwerwiegendere »unerwünschte Ereignisse«. Je eine Person meldete eine Schulterverletzung, Herzrhythmusstörungen sowie Taubheitsgefühl (Parästhesie) im Bein.

Die Aussagekraft über unwahrscheinlichere Reaktionen ist jedoch begrenzt. Bogdan zufolge ließen sich Nebenwirkungen, die bei 1000 Personen im Schnitt einmal vorkommen, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent erkennen. »Ereignisse, die seltener als 1 in 10.000 sind, lassen sich nicht zuverlässig detektieren«, sagt er.


Langfristige Nebenwirkungen weiter erforscht

Noch gibt es keine Studienergebnisse dazu, ob und welche Nebenwirkungen möglicherweise nach einem längeren Zeitraum auftreten. Dafür gibt es den Impfstoff einfach noch nicht lange genug. Die Verträglichkeit wird aber auch nach der Zulassung weiter überprüft. In Deutschland sollen geimpfte Menschen unter anderem mögliche Nebenwirkungen per App melden können.

Bei dem Präparat von Biontech/Pfizer und bei dem der US-amerikanischen Firma Moderna handelt es sich um mRNA-Impfstoffe. Sie enthalten genetische Informationen des Erregers, aus denen Körperzellen ein Virusprotein herstellen. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um dann bei einer späteren Infektion die Viren frühzeitig bekämpfen zu können. Damit die mRNA überhaupt erst ins Innere der Zellen gelangen kann, ist sie mit einer Hülle von Lipid-Nanopartikeln umgeben. Sie sind – grob gesagt – winzige Fettmoleküle, die als Fremdkörper in den zu großen Teilen aus Wasser bestehenden Körper kommen. »Fett und Wasser trennen sich immer«, erklärt Kaufmann. Geimpfte bekommen das womöglich in Form einer zeitlich begrenzten Entzündungsreaktion zu spüren – an sich gefährlich sind die Lipide aber nicht, wie Kaufmann erklärt.

Teil der Hülle bei den Impfstoffen von Moderna und Pfizer/Biontech sind laut Olivia Merkel vom Fachbereich Pharmazeutische Technologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München sogenannte Polyethylenglykole (PEG). Der Körper kann Antikörper dagegen bilden.

Laut Merkel ist es denkbar, dass die Immunantwort gegen die PEG zu allergischen Reaktionen nach der zweiten Impfdosis führt. Das könne sich etwa in einem Ausschlag äußern. Solche allergischen Reaktionen treten allerdings sofort oder innerhalb weniger Stunden nach Verabreichung bei sehr sensitiven Patienten auf, die auch auf PEG in Kosmetika oder Lebensmitteln reagieren. Langfristige Folgen seien durch die PEG nicht zu erwarten.


Allergische Reaktionen durch die Impfung

In Großbritannien, wo bereits mehr als 140.000 Menschen den Biontech/Pfizer-Impfstoff erhielten, zeigten zwei Geimpfte größere allergische Reaktionen. Die Behörden riefen daraufhin Menschen mit einer »signifikanten« Allergiegeschichte auf, sich vorerst nicht impfen zu lassen. Auch in Alaska reagierte ein Mensch nach einer Impfung mit starken Allergie-Symptomen. Der Impfexperte Kollaritsch sagte, eine derartige Frequenz von allergischen Nebenwirkungen bei hochallergischen Personen sei nicht ungewöhnlich.

Leif Erik Sander, Infektiologe an der Berliner Charité, sagt, bei den beiden Fällen in Großbritannien handele es sich um Personen mit einer Geschichte von schwersten, lebensbedrohlichen Allergien, die ständig ein Notfallset mit sich tragen. Solche Menschen hätten bei jedem Arzneimittel und bei jeder Impfung ein starkes Risiko und seien auch nicht in der Zulassungsstudie berücksichtigt worden. Sehr wohl hätten da aber auch Menschen mit Allergien teilgenommen. Allergische Nebenwirkungen seien in der Studie jedoch nicht erhöht gewesen. »Ich glaube daher nicht, dass wir ein generelles Problem haben«, sagte er.

Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de <


Das Dilemma der Notfallzulassungen

Die neuen Impfstoffe gehen ihrer Zulassung entgegen - bevor die Studien abgeschlossen sind. Dadurch wird es schwieriger, die noch fehlenden Daten über Langzeitfolgen zu bekommen.

Lesen Sie hier weiter: https://www.spektrum.de/news/notfall-zulassungen-bringen-auch-nachteile/1805888


Covid-19

Gurgeln zur Prävention?

Die einfachsten Ideen sind oft die besten. Doch reicht es wirklich, ausgiebig zu gurgeln, um die Viruslast von SARS-CoV-2 im Mund- und Rachenraum zu senken? Zwar gibt es Hinweise auf eine Wirksamkeit, doch sind die Effekte vermutlich geringer als erhofft.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rät einem Medienbericht zufolge, regelmäßig zu gurgeln, um sich vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu schützen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene plädiert in ihrer Stellungnahme »Viruzides Gurgeln und viruzider Nasenspray« ebenfalls für diese einfachen Mittel zur Prävention.

Sollte das Apotheken-Team Kunden also Mundspülungen und Nasensprays zur Vorbeugung empfehlen? Ganz so leicht ist es nicht. Zwar leuchtet im ersten Moment ein, dass sich mit gründlichem Gurgeln Viren aus dem Mund- und Rachenraum entfernen lassen, doch gilt das nur für Erreger, die auf Zellen aufsitzen. Viren, die bereits in Zellen eingedrungen sind, harren geschützt in deren Innerem aus und können sich dort weiter vermehren.


Wirksamkeit in vitro

Eine gewisse Wirksamkeit des präventiven Gurgelns scheint aber dennoch vorhanden zu sein. So greift die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene in ihrer Veröffentlichung zahlreiche Studien auf, die den viruziden Effekt unterschiedlicher Mundspülungen, etwa mit in Alkohol gelösten ätherischen Ölen, antiseptisch wirkenden Inhaltsstoffen wie PVP-Iod, Phenoxyethanol oder Octenidin sowie auch nur mit Kochsalz bestätigen.

Mit geringerer Wirksamkeit inaktivieren auch Grüner Tee, Granatapfel- und Aroniasaft SARS-CoV-2. Die Studien fanden allerdings in vitro statt, sie dienen also höchstens als Hinweis, nicht aber als Nachweis für einen Effekt im Menschen. Zudem ist fraglich, ob die Spülflüssigkeiten beim Gurgeln auch Viren im tiefen Nasen-Rachen-Raum erreichen. Sprays in Sprühfläschchen mit einem Mund-Rachen-Applikator könnten effektiver sein.

Um die Viruslast in der Nase zu senken, soll die Bevölkerung unkonservierte Nasensprays mit Kochsalz ohne Zusatz abschwellender Mittel wie Hysan®, Salinspray® oder Rinupret® anwenden. Noch besser wirksam seien Präparate mit Carragelose wie Algovir® Erkältungsspray.


Wirksamkeit in Anwendungsstudien

Die Krankenhaushygieniker bringen für ihre Empfehlungen auch Wirksamkeitsbelege aus Anwendungsstudien an. Bei Patienten im präsymptomatischen Stadium von Covid-19 habe sich die virale Clearance sowohl durch 1-prozentige PVP-Iod-Lösung (DOI: 10.1183/13993003.00607-2020) als auch durch Ethanol mit ätherischen Ölen im Vergleich zu Leitungswasser signifikant erhöhen lassen (DOI: 10.1101/2020.09.07.20180448). In einer kleinen Fallstudie aus Spanien habe eine Lösung mit PVP-Iod die Viruslast bei Covid-19-Patienten ebenfalls senken können (DOI:10.1111/odi.13526). Die Autoren führen auch klinische Nachweise dafür an, dass Nasensprays und Mundspülungen im Menschen gegen andere Viren oder bei Erkältungen wirksam seien.


Nebenwirkungen vertretbar

Außer offenen Fragen zur Effektivität ist zu beachten, dass häufiges Gurgeln mit alkoholischen oder antiseptischen Substanzen auch potenzielle Nebenwirkungen mit sich bringt und zum Beispiel die Schleimhautbarriere schädigen kann. Den Krankenhaushygienikern ist das Problem bewusst, sie schätzen das Risiko jedoch gegenüber den Vorteilen, die sie sich von den Anwendungen erhoffen, als vertretbar ein.

Wer die Empfehlungen umsetzen möchte, sollte noch wissen, dass Gurgeln unmittelbar vor einem PCR-Abstrich das Ergebnis verfälschen kann.

Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de


Metabolisches Syndrom

Raus aus der Falle

Das metabolische Syndrom wird zu Recht auch als tödliches Quartett bezeichnet, denn es erhöht das kardiovaskuläre Risiko deutlich. Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall können die Folge sein. Umso wichtiger sind Primär- und Sekundärprävention. Was hilft wirklich?

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/raus-aus-der-falle-121246/



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