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Impfung als Infarktprophylaxe

Es sind vor allem Senioren, denen eine Influenza zu schaffen macht. Schwere Krankheitsverläufe, Exazerbationen bestehender Grunderkrankungen und Todesfälle sind bei Über-60-Jährigen häufiger als bei jüngeren Infizierten. Warum vor allem ältere Patienten von der Grippe-Impfung profitieren, die Ansprechrate aber noch besser sein könnte, erklärt Andreas Leischker, Impfexperte bei der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie.

Immunologisch gesehen, beginnt das Alter bereits ab 50 Jahren. Sowohl die zellvermittelte Immunität als auch die Antikörperbildung gehen dann zurück. »Diese einsetzende Immunseneszenz ist auch der Grund für eine reduzierte Impfeffektivität. Diese liegt dann nur noch bei 50 bis 60 Prozent, im Vergleich zu 70 bis 90 Prozent bei den Unter-65-Jährigen«, erklärt Leischker.

Dass die Strapazen einer Influenza tatsächlich einen Herzinfarkt triggern können, ist seit einer im Frühjahr publizierten Studie im »New England Journal of Medicine« gesichert. Dieser lange vermutete Zusammenhang wurde dabei mit labordiagnostischen Methoden bestätigt, die Diagnose Influenza beruhte nicht allein auf der klinischen Symptomatik. »Danach stieg das Erkrankungsrisiko während der ersten Woche der Influenza um das Sechsfache. Besonders gefährlich waren Infektionen mit Influenzaviren vom Typ B. Diese erhöhten das Myokardinfarktrisiko gar um das Zehnfache«, informiert Leischker.

Könnte eine Grippe-Impfung daher indirekt vor einem Herzinfarkt schützen? Leischker ist sich ganz sicher, dass dem so ist. »Für die Prävention des Herzinfarkts hat sie ähnliche Effekte wie der Stopp des Nikotinkonsums oder die Einnahme von Cholesterin- und Blutdrucksenkern.« Der Mediziner zitiert eine Metaanalyse der Cochrane Collaboration aus dem Jahre 2015, wonach die Influenza-Impfung das Myokardinfarktrisiko um 55 Prozent senkt. Wie erklärt man sich die pathophysiologischen Zusammenhänge? »Stressereignisse können von Infizierten, deren Koronararterien mit Plaques belegt sind, weniger gut weggesteckt werden. Während einer Influenza-Erkrankung steigt der Stresspegel, und der Körper reagiert mit einer Entzündung. Das lässt vorhandene Plaques an den Arterien leichter aufbrechen.«

»Wir brauchen für ältere Menschen stärkere Impfstoffe als für junge«, fordert Leischker. Es gebe zwei Möglichkeiten, die Ansprechrate bei älteren Personen zu erhöhen: »Entweder man impft adjuvantierte Vakzinen oder solche mit erhöhter Antigenmenge. Doch beide Strategien sind derzeit in Deutschland nicht umsetzbar.«

Lücke für die Über-65-Jährigen

Der einzige in Deutschland für Personen ab 65 Jahre zugelassene Impfstoff, der wirkverstärkt ist, ist das trivalente Fluad®. Einen tetravalenten adjuvantierten Influenza-Impfstoff gibt es derzeit nicht, so Leischker. Die zweite Möglichkeit, die Immunisierung bei Senioren effektiver zu machen, sei die Strategie der Amerikaner: »In den USA verwendet man seit 2009 für über 65-Jährige einen Impfstoff mit vierfachem Antigengehalt (60 µg statt 15 µg, Fluzone® High-Dose). Das ist nach Studienlage die noch bessere Variante als die adjuvantierten Impfstoffe. Besonders Menschen über 85 Jahre profitieren davon: Sie haben im Vergleich zum Präparat mit dem niedrigeren Antigengehalt niedrigere Pneumonie- und Hospitalisierungsraten. Allerdings ist dieser Impfstoff hierzulande noch nicht verfügbar.« Leischker hofft im nächsten Winter auf die Zulassung eines tetravalenten Hochdosis-Impfstoffs in Deutschland.

Für die Über-65-Jährigen klafft also derzeit in Deutschland eine gewisse Lücke, fasste Leischker zusammen. »Aber besser wir haben jetzt von der Ständigen Impfkommission die Empfehlung für die Vierfachimpfstoffe, der auch die zirkulierenden B-Linien mit abdeckt, als einen adjuvantierten Impfstoff, der nicht die Viren abdeckt, die auch zirkulieren.«

Da Sekundärinfektionen mit Pneumokokken gerade bei alten Menschen häufig sind, sollte bei ihnen an eine kombinierte Impfung gegen Pneumokokken und Influenza gedacht werden. Die Kombination beider Impfungen wirkt synergistisch. Sie senkt die Gesamtmortalität noch stärker.



Placeboeffekte besser nutzen

»Placebo-nahe« Interventionen wie Homöopathie, Akupunktur und manche naturheilkundliche Ansätze müssen in der Medizin und Pharmazie integriert bleiben. Das fordert Dr. Winfried Rief, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Marburg, der über Placebo- und Noceboeffekte forscht, in einem Gastbeitrag in der »Süddeutschen Zeitung«.

Der Artikel ist eine Reaktion auf den Beitrag von Dr. Edzard Ernst, emeritierter Professor für Alternativmedizin an der University of Exeter in England, der knapp zwei Wochen zuvor gefordert hatte, Homöopathie müsse aus den Apotheken verschwinden.

»Placebo-Behandlungen können hocheffektiv und langfristig wirksam sein«, hält Rief dagegen. »Positive Erwartungen bei Patienten und Ärzten, aber auch positive und negative frühere Erfahrungen mit Behandlungen oder allein schon der ärztliche Kontakt tragen zum Behandlungsergebnis bei.« Studien hätten, dass sich nicht nur subjektive Parameter wie Schmerzen oder depressive Stimmungen unter Placebotherapie verbessern, sondern auch objektive Messwerte wie die Immunaktivität, neuronale Übertragungsprozesse oder die Ausschüttung von Hormonen.

»Der heutigen Medizin sind diese Effekte nichts wert«, kritisiert Rief. ¬Damit missachte die Medizin wissenschaftlich belegte Wirkfaktoren und überlasse sie der Homöopathie und ¬anderen Alternativtherapien, so der Forscher. »Eine Medizin der Zukunft muss aber auf alle Wirkfaktoren setzen, nicht nur auf den oft nicht so großen Unterschied zwischen Placebo und echter Behandlung.«

Rief zufolge müsse eine Therapie ohne wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkmechanismus bevorzugt werden, wenn der klinische Behandlungserfolg vorhanden oder gar besser ist als unter Standardmedikamenten und weniger Nebenwirkungen auftreten. Aus mehreren Studien sei bekannt, dass Placebos auch wirken können, wenn der Patient weiß, dass das Medikament keinen Wirkstoff enthält. »Es ist nicht nur der Glaube, sondern ein komplexes biologisches und psychologisches -Reaktionsmuster«, so Rief. /



Orthostatische Hypotonie

Trinken stabilisiert den Kreislauf

Ältere Menschen, deren Blutdruck beim Aufstehen absackt, sollten als Gegenmaßnahme vor dem Aufstehen zwei große Gläser Wasser trinken. Das war in einer kleinen Studie die effektivste Maßnahme gegen die sogenannte orthostatische Hypotonie.

Als orthostatischeHypotonie (OH) bezeichnet man einen Blutdruckabfall im Stehen um mindestens 20 mmHg systolisch oder mindestens 10 mmHg diastolisch innerhalb von drei Minuten nach dem Aufstehen aus dem Liegen. Ein höheres Lebensalter ist eine der Hauptursachen für OH; Senioren, die nicht im Pflegeheim wohnen, sind schätzungsweise zu 7 bis 30 Prozent von OH betroffen. Die Blutdruckschwankungen sind nicht nur unangenehm, sondern stellen auch ein Sturzrisiko dar, wenn es den Betroffenen nach dem Aufstehen schwarz vor Augen wird.

Wie Senioren mit OH am besten gegensteuern können, haben jetzt Dr. Julia Newton und Dr. James Frith von der Universität Newcastle in Großbritannien untersucht. Sie verglichen in einer Studie die Effektivität von vier Interventionen: Trinken von 480 ml Wasser innerhalb von fünf Minuten vor dem Aufstehen, Stehen mit überkreuzten Beinen, Tragen von über die Knie reichenden Kompressionsstrümpfen der Klasse 2 und Tragen eines elastischen Kompressions-Bauchgurts. Alle 25 Probanden im Alter von 60 bis 92 Jahren testeten – mit ausreichend Abstand – nacheinander alle vier Methoden.

Wie die Autoren im Fachjournal »Neurology« berichten, war Trinken am besten: Es wirkte bei 56 Prozent der Teilnehmer und reduzierte den systolischen Blutdruckabfall um durchschnittlich 12 mmHg. Die Beine zu kreuzen, war nur wenig erfolgreich (44 Prozent Ansprechrate, +7,5 mmHg), die abdominelle Kompression leicht besser (52 Prozent Ansprechrate, +10 mmHg) und Kompressionsstrümpfe am schlechtesten (32 Prozent Ansprechrate, +6 mmHg).

Trotz der kleinen Probandenzahl leiten die Autoren die Empfehlung ab, OH im Alter am besten mit Trinken gegenzusteuern. Kompressionsstrümpfe seien in dieser Population dagegen wenig effektiv. Weitere Studien sollten das Ergebnis überprüfen und womöglich die Langzeitwirkung eruieren.

Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de



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